Der Weg der Schweiz zur EURO 2020


Zwei Runden stehen noch aus in der Qualifikation zur EURO 2020. Die Schweiz spielt noch gegen Georgien und Gibraltar und hat ihr Schicksal deshalb in den eigenen Händen. Welche Szenarien sind noch möglich und was passiert in welchem Fall bei den Auslosungen?

Szenario 1. Die Schweiz gewinnt beide Spiele im November und kommt damit auf 17 Punkte. Damit ist sie mindestens als Zweite direkt qualifiziert, wenn Dänemark seine Vergleiche gegen Gibraltar und Irland gewinnt und so auf 18 Punkte käme. Irland würde dann auf seinen 12 Zählern stehen bleiben. Für den Gruppensieg ist die Schweiz auf dänische Hilfe angewiesen. Der erste Platz wäre nicht unwichtig, denn er ist Hauptkriterium für die Setzliste der Endrundenauslosung. Auch die Anzahl Punkte und die Tordifferenz aus den Qualifiers werden dort von Bedeutung sein.

Szenario 2. Die Schweiz holt in den beiden verbleibenden Spielen vier Punkte und kommt damit auf ein Total von 15. Selbst wenn Irland Dänemark schlägt und die Dänen wie erwartet Gibraltar bezwingen, reicht es der Schweiz bei dann drei punktgleichen Teams an der Spitze dank einer genügenden Bilanz in den Direktbegegnungen für einen der ersten beiden Plätze.

Szenario 3. Die Schweiz holt in den beiden letzten Spielen nur drei Punkte oder gar nur einen Punkt und kommt auf ein Total von 14 oder 12 Punkten. Das würde immer noch reichen, wenn die Iren gegen Dänemark in ihrem einzigen noch offenen Spiel verlieren und auf ihren 12 Punkten stehenbleiben. Die Bilanz der Direktbegegnungen mit Irland spricht zugunsten der Schweiz. Wenn die Iren hingegen gegen Dänemark Unentschieden spielen, müssten die Schweizer mindestens eines ihrer beiden letzten Spiele gewinnen. Siegen die Iren gegen die Dänen und die Skandinavier kommen mit dem kalkulierten Sieg gegen Gibraltar ebenfalls auf 15 Punkte, reichte es in dieser Konstellation mit drei oder weniger Punkten nicht mehr für die Schweizer. Dann hätten sie die Direktqualifikation verpasst, aber immer noch die Chance, als Gruppensieger der Liga A der UEFA Nations League die Playoffs zu bestreiten.

So funktionieren die Playoffs

Grundsätzlich spielen in den Playoffs alle Gruppensieger der vier Ligen der UEFA Nations League. Alle Teams, die sich bereits direkt für die EURO 2020 qualifiziert haben, werden indes durch nächstklassierte Teams ersetzt. Im Moment sieht es so aus, dass die Schweiz als einer der Gruppensieger innerhalb der Liga A nur auf Island treffen könnte. Alle anderen zehn Teams sind schon qualifiziert oder auf bestem Weg dazu. Beim „Nachrücken“ weiterer Teams gilt, dass Gruppensieger aus unteren Ligen nicht in eine höhere Liga verschoben werden dürfen, das heisst, die Schweiz würde in einem Halbfinal auf tieferklassierte Teams der Ligen B oder C treffen. Dies könnten nach aktueller Lage zwei Mannschaften aus dem Trio Bulgarien, Israel oder Rumänien sein. Die Paarungen für die Halbfinals (nur ein Spiel) sind schon vorbestimmt. Das höher eingestufte Team (das wäre die Schweiz in jedem Fall) träfe zu Hause auf die Nummer 4, die Nummer 2 (mutmasslich Island) mit Heimrecht auf die Nummer 3. Die beiden Sieger spielen dann in einem Final (das Heimrecht wird am 22. November ausgelost) aufeinander und machen so den einen Endrundenplatz für die EURO 2020 aus, der für jede Liga reserviert ist, also auch für die Ligen B, C und D. Die Spieltermine für die beiden Playoffrunden sind der 26. und der 31. März.

So wird die Endrunde gelost

Unabhängig von den vier erst im Frühjahr 2020 feststehenden Teilnehmern aus den Playoffs werden am 30. November 2019 in Bukarest bereits die Endrundengruppen der EURO 2020 ausgelost. Die Setzliste wird ausschliesslich aufgrund des Abschneidens in der aktuellen Qualifikation erstellt. Die Kriterien sind (in dieser Reihenfolge): Rang in der Gruppe, Punkte, Tordifferenz, erzielte Tore, erzielte Auswärtstore, Anzahl Siege, Anzahl Auswärtssiege, Strafpunkte, Rangliste der UEFA Nations League.

Im Moment belegt die Schweiz in dieser Gesamtrangliste nur Rang 23, doch das kann sich noch markant ändern. Klar ist, dass die Gruppensieger einen enormen Vorteil haben. Die sechs punktebesten Sieger kommen in Topf 1, die vier weiteren und die zwei punktbesten Gruppenzweiten in Topf 2, sechs weitere Gruppenzweite bilden Topf 3, die zwei schwächsten Gruppenzweiten sowie die vier Playoffsieger Topf 4. Aktuell muss davon ausgegangen werden, dass es die Schweiz wohl „nur“ in Topf 3 schafft, es sei denn es gelänge ihr unter dänischer Mithilfe noch der Gruppensieg.

Die zwölf Gastgeberländer haben – falls sich ihr Team für die Endrunde qualifiziert – den Vorteil von zwei garantierten Heimspielen. Sollten beide der für die einzelnen Gruppen gepaarten Gastgeberländer an der Endrunde teilnehmen, würde ausgelost, welches der beiden Teams das Heimrecht im Direktduell nutzen darf. Die gepaarten Gastgeberstädte sind Rom und Baku (Gruppe 1), St. Petersburg und Kopenhagen (Gruppe 2), Niederlande und Rumänien (Gruppe C), England und Schottland (Gruppe D), Spanien und Irland (Gruppe E) sowie Deutschland und Ungarn (Gruppe F). Sollte einer dieser Gastgeber sich erst in den Playoffs für die Endrunde qualifizieren, würde am 1. April 2020 eine zusätzliche Auslosung stattfinden, um das Endrundenfeld und die entsprechenden Gastgeber- und Heimrechte zu finalisieren.

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