Goldener Herbst für den Schweizer Fussball


Nicht nur das A-Nationalteam der Männer hat mit der Qualifikation für die EURO 2020 ihr Ziel erreicht, auch die übrigen SFV-Auswahlen, die um die grossen Turniere spielen, haben einen rundum erfolgreichen Herbst hinter sich. Ein Überblick:

Frauen-A-Nationalteam

Jahr 1 nach Martina Voss-Tecklenburg und Rekordnationalspielerin Lara Dickenmann verläuft nach einer Kennenlernphase mit dem neuen Coach Nils Nielsen seit Beginn der Qualifikation für die EURO 2021 in England perfekt. Vier Ausscheidungsspiele, vier Siege, 14:0-Tore. Natürlich, die grossen Duelle werden jene gegen Gruppenmitfavorit Belgien am 14. April auswärts und am 22. September zu Hause sein, doch mit einer makellosen Bilanz gegen die übrigen Gegner wie Kroatien, Rumänien und Litauen hält man sich die Option offen, auch als einer der besten Gruppenzweiten die Direktqualifikation für „England 2021“ zu schaffen. Besonders erfreulich: Nielsen baut laufend hoffnungsvolle Talente in sein Team ein, die sofort Anschluss finden und wichtige Alternativen bieten.

U21

#mission21 ist das Leitziel der ältesten Nachwuchsspieler der Schweizer. Dieses Motto ist in doppelter Weise sinnbildlich. Es steht für die U21 als eingeschworenes Team und für das Jahr 2021, der nächsten EURO auf dieser Altersstufe in xx. Seit dem grossen Erfolg im Jahr 2011, als die Schweizer U21 unter der Leitung des heutigen Nationalmannschaftsdirektors Pierluigi Tami und mit Spielern wie Yann Sommer, Xherdan Shaqiri, Admir Mehmedi, Mario Gavranovic, Fabian Lustenberger oder Fabian Frei den Einzug in den Final (0:3 gegen Spanien) und die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2012 in Grossbritannien schaffte, wurden alle EM-Endrunden verpasst. Die Sehnsucht, nun wieder dabei zu sein ist gross – und die Voraussetzungen sehr gut. Eine auch  mental starke Spielergeneration ist bereit und setzte mit dem 3:1-Heimerfolg am 19. November gegen Gruppenfavorit Frankreich in Neuchâtel ein starkes Zeichen. Die #mission 21 ist auf bestem Weg. Als einziges Team ist die Mannschaft des charismatischen Trainers Mauro Lustrinelli noch ungeschlagen. Dieser jedoch mahnt zur Zurückhaltung: „Frankreich bleibt der Favorit der Gruppe. Für uns ist nichts selbstverständlich. Es gibt noch sechs Spiele zu spielen.“

U19

Die Auswahl hat einen prominenten Trainer: Johann Vogel, 94facher Schweizer Nationalspieler, hat die Karriere des Ausbildners bei GC begonnen und hat die SFV-Auswahl U19 im vergangenen Sommer neu übernommen. Und offenbar bereits zu einer guten Einheit geformt. Die erste Qualifikationsphase brachte zwar eine 1:2-Niederlage gegen den Turniergastgeber Österreich mit sich, die beiden übrigen Aufgaben wurden aber gut gelöst. Der 16:1-Sieg gegen Gibraltar (achtfacher Schweizer Torschütze war Lorent Tolaj, der in der U18 von Brighton & Hove Albion in England spielt) hat sogar historisches Ausmass. Nun geht es im kommenden Frühjahr in die Elite-Runde, die am 3. Dezember ausgelost wird. Nur die Gruppensieger dieser Elite-Runde schaffen es dann an die Endrunde vom 19. Juli bis 1. August 2020 in Nordirland.

Die U19-EM wird übrigens ab 2020 neu strukturiert. Die Qualifikation führt über einen Zweijahreszyklus und wird – ähnlich der UEFA Nations League – in vier unterschiedlichen Ligen ausgerichtet, innerhalb derer man zweimal auf- oder absteigen kann. Wer nach der dritten Runde 2020-22 in Liga A landet (total 20 Teams), spielt um die sieben Endrundenplätze. Die Schweiz wird zunächst in der Liga B starten, die Auslosung für den im November 2020 startenden Qualifikationszyklus findet am 3. Dezember in Nyon statt.

U17

Wie die U19 kam auch die Schweizer U17-Auswahl in der ersten Qualifikationsrunde nicht um eine knappe Niederlage herum. Das Spiel gegen Russland ging mit 1:2 verloren, die Siege gegen Rumänien und San Marino reichten indes für Gruppenplatz 2 und die Qualifikation für die Elite-Runde im Frühling. Für diese ist die Schweiz in der Auslosung vom 3. Dezember in Nyon in Topf B gesetzt und kann sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Endrunde vom 21. Mai bis 6. Juni in Estland machen. Denn anders als bei der U19 gibt es hier neben dem gesetzten Gastgeber 15 Plätze zu vergeben.

U19 Frauen

Im Sommer 2018 fand die EURO in der Schweiz statt, letztes Jahr musste das Schweizer Team die Endrunde von zuhause aus verfolgen. Nun will Nora Häuptle wieder mittendrin sein im Turnier der besten acht europäischen Teams, das vom 21. Juli bis 2. August 2020 in Georgien stattfinden wird. Der erste Schritt wurde souverän getan, das Qualifikationsturnier der 1. Phase gegen Österreich, Israel und Lettland wurde mit dem Punktemaximum und 9:0-Toren souverän gewonnen. Die Schweiz wird sich in der Elite-Runde im Frühjahr gegen eines der Topteams aus Deutschland, Niederlande, Titelverteidiger Frankreich, Spanien, Belgien, Norwegen oder Finnland durchsetzen müssen, die allesamt in Topf A eingeteilt sind für die Gruppenauslosung am 29. November in Nyon. Der Weg ist nicht einfach, aber für alle offen.

U17 Frauen

Souverän wurde die erste Hürde gegen die Türkei, Rumänien und Moldawien genommen. Alle drei Spiele wurden zu Null und mit insgesamt 22 eigenen Treffern gewonnen. Im Gegensatz zu den Kolleginnen der U19 ist die von Monica di Fonzo trainierte Schweizer U17 für die Auslosung der Elite-Runden-Gruppen am 29. November in Nyon in Topf A gesetzt. Unabhängig davon muss sie ihre Gruppe gewinnen, um vom 9. bis 22. Mai 2020 an der Endrunde in Schweden dabei zu sein. Dort wird nicht nur um den Titel gespielt, sondern auch um die europäischen Plätze an der FIFA U17-Frauen-Weltmeisterschaft 2020 in Indien. Ein besonderer Anreiz.

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